

Säuglinge kommen mit wachen Sinnen und vielen Fähigkeiten auf die Welt. Allerdings sind diese noch recht ungleichmäßig entwickelt.
Die Kleinsten sind in der Lage zu hören, zu schmecken, zu riechen und zu fühlen. Das Sehvermögen hingegen ist noch nicht vollständig ausgeprägt: Neugeborene nehmen ihre Umgebung recht unscharf war. Geruchs- und Tastsinn sind schon fast vollständig ausgeprägt - ihnen fehlt allerdings noch die Erfahrung mit den verschiedenen Dingen, die ihre neue Umwelt für sie bereit hält.
Geruchs-, Geschmacks- und Tastsinn sind sogenannte Nahsinne und eng miteinander verknüpft. Sehen und Hören werden hingegen eher für die Wahrnehmung über eine größere Entfernung gebraucht und sind so genannte Fernsinne. Dieses von Geburt an notwendige Orientierungsvermögen im Nahbereich ist der Grund, dass diese (Nah-)Sinne bereits bei der Geburt ziemlich ausgereift sind.
Bei der Geburt ist der Tastsinn von allen Sinnen am besten entwickelt. Kein Wunder, erlebt die Haut Ihres Babys schon im Bauch der Mutter eine konstante, warme Berührung. Durch die Haut, dem größten Sinnesorgan des Menschen, nimmt das Kind die Umwelt bereits im Mutterleib wahr und beginnt, seine Umgebung zu erkunden. Es ertastet die Gebärmutterwand und bekommt dadurch eine erste vage Vorstellung von Ihrem Körper innerhalb eines bestimmten Raumes. Nach der Geburt fördern intensiver Hautkontakt wie zum Beispiel Massage, Streichel- und Schmusespielchen beim Baden, Wickeln und Anziehen die Entwicklung des Babys und vermitteln ihm ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit.
Babys und Kleinkinder stecken jeden Gegenstand, den sie zu fassen bekommen, sofort in den Mund. Aber warum? Mund und Zunge sind die bevorzugten Tastorgane von Säuglingen. Mit ihnen sammeln sie Informationen über die Dinge ihrer Umgebung. Erst mit etwa einem halben Jahr können Kinder unterschiedliche Materialien mit den Händen genauso gut ertasten, wie sie es von Geburt an mit dem Mund können. Und erst mit 18 Monaten können feine Unterschiede an Gegenständen mit den Händen genau so gut wahrgenommen werden wie zuvor mit dem Mund.
Das Fühlen als lebensnotwendiger Sinn nimmt mit dem Alter immer mehr an Bedeutung ab, da sich das heranwachsende Kind zunehmend auf seine übrigen Sinne verlässt.
Auch die Nase dient Ihrem Baby von Anfang an als sehr guter Wegweiser: Bereits in der zweiten Schwangerschaftshälfte fangen die für das Riechen notwendigen Nervenbahnen an, aktiv zu werden. Der Embryo kann über das Fruchtwasser und seine sich entwickelnde Nasenschleimhaut zunehmend besser riechen. Gegen Ende der Schwangerschaft kann das Ungeborene so gut wie alles riechen, was auch die werdende Mutter an Gerüchen wahrnimmt: Essen, Parfüm aber auch Rauch oder Abgase.
Neugeborene können zwischen verschiedenen Gerüchen unterscheiden und zeigen entsprechend eher positive oder negative Reaktionen. Nach etwa acht Tagen erkennt es die Mutter am Geruch. Deshalb sollten Sie mit stark duftenden Cremes oder Parfüm sparsam umgehen. Ihr Kleines könnte verunsichert werden. Sich gegenseitig gut riechen zu können, ist für die Entwicklung Ihres Kindes wichtig. Aber auch die Eltern erfreuen sich an dem guten, unverwechselbaren Geruch ihres Kindes.
Der Geschmackssinn entwickelt sich ebenfalls bereits im Mutterleib und ist bei der Geburt gut ausgeprägt. Im ersten halben Jahr essen Babys am liebsten das Gleiche. Das hat die Natur so eingerichtet, da sie erst einmal nur Milch brauchen.
Sehen und Hören als sogenannte Fernsinne gewinnen erst mit zunehmendem Alter an Bedeutung. Der Hörsinn entwickelt sich schon zwei Monate vor der Geburt. Nach der Geburt erkennen die Neugeborenen die Stimme ihrer Mutter schnell wieder. Hat der Vater in der Schwangerschaft in der Nähe der Bauchdecke mit dem Baby gesprochen, so kann es auch sehr bald seine Stimme erkennen. Sie werden feststellen, dass Ihr Baby sich beruhigt, wenn es Ihre Stimme hört.
Laute, scheppernde Geräusche mögen Babys meist gar nicht. Alltägliche Geräusche wie Staubsauger, Telefon, Straßenlärm usw. sind Ihrem Kind schon aus der Schwangerschaft vertraut. Sie entwickeln auch bald Interesse für angenehme Geräusche und für Musik. So wirken gleichmäßig brummende oder surrende Laute beruhigend. Die Klangwelt im Bauch der Mutter ist vermutlich ähnlich gewesen. Richtig spannend wird es, wenn Ihr Kind beginnt, ein Verständnis für Sprache zu entwickeln. Im vierten bis sechsten Lebensmonat lernt es, aus der gehörten Sprache kleinere Abschnitte und bestimmte Laute herauszufiltern und zu unterscheiden. Zwischen dem siebten und zehnten Monat wird Ihr Kind dann seinen Namen erkennen, wenn er ausgesprochen wird und reagiert darauf.
Über die Entwicklung des Sehsinns gibt es die meisten Erkenntnisse. Im Mutterleib ist das Sehen Ihres Kindes auf Erfahrungen mit hell und dunkel beschränkt. Bei der Geburt ist die Entwicklung der Netzhaut noch nicht abgeschlossen, daher ist das Sehvermögen wenig entwickelt. Dennoch kann Ihr Kind ein Gesicht oder einen Gegenstand kurze Zeit fixieren. Scharf sieht Ihr Baby nur in einem Abstand von etwa 25 bis 30 Zentimetern. Das hat seinen Sinn, da sich in diesem Abstand Ihr Gesicht befindet, wenn Sie Ihr Kind auf dem Arm haben oder stillen. Und das Gesicht von Mutter oder Vater ist am Anfang das Wichtigste für ein Baby. Bis zu einem Alter von zwei bis vier Monaten können Babys auch noch nicht alle Farben sehen. Das ist für Babys ein Schutz vor Überforderung. So müssen sie nicht alle optischen Reize in ihrer Umgebung verarbeiten.
Am Ende des dritten Lebensmonats wird Ihr Kind weitaus besser sehen können als in der ersten Zeit nach der Geburt. Es dauert allerdings bis in den sechsten oder siebten Lebensmonat, bis das Sehvermögen nahezu vollständig entwickelt ist: Dann beginnen Babys ihr Spielzeug konzentriert anzuschauen und einen rollenden Ball mit den Augen zu verfolgen. Auch wenn Ihr Kleines immer noch besser kurz- als weitsichtig ist, wird seine Sehschärfe mit acht Monaten doch gut genug sein, um Menschen und Gegenstände am anderen Ende des Raumes zu erkennen. Jetzt haben die Augen auch fast die Farbe erreicht, die Ihr Kind behalten wird - leichte Veränderungen nicht ausgeschlossen.
Fingerpuppen (0 Monate): Fingerpuppen sind ideal, um Kinder zu unterhalten. Außerdem lassen sie sich gut mitnehmen.
Spieldecke (0-12 Monate): Stimulieren Sie den Berührungssinn Ihres Kindes mit einer Spieldecke aus verschiedenen Stoffen. Kinder lieben es, darauf nackt zu liegen und die unterschiedlichen Stoffstrukturen zu spüren und zu erkunden.
Das eigene Spiegelbild (4-12 Monate): Setzen Sie sich mit Ihrem Baby vor einen Spiegel und beobachten Sie, wie Ihr Baby reagiert, wenn Sie zum Beispiel eine Grimasse ziehen. An diesem Spiel werden Sie beide Spaß haben.
Musik und Geräusche (4-12 Monate): Geräusche wecken Babys Neugierde. Ob Knistern, Quietschen, Bimmeln oder Rasseln. Ihr Baby wird versuchen, die Richtung, aus der das Geräusch kommt, herauszufinden. Gibt man ihm beispielsweise ein quietschendes Stofftier, findet es meist schnell heraus, was zu tun ist, damit das lustige Quietschen wieder ertönt, denn es ist ein echtes Erfolgserlebnis für die Kleinen, wenn sie selbst Töne erzeugen. Gleichzeitig wird der Gehörsinn geschult.
Eine neue Perspektive (ab 6 Monaten): Babys genießen es, die Welt aus immer neuen Blickwinkeln zu betrachten: in Ihren Armen durch die Luft zu fliegen, mit Ihrer Unterstützung auf Ihrem Schoß zu stehen oder gut abgestützt in einer Ecke des Betts zu sitzen.
Ballspiele (ab 6 Monaten): Sie können mit Ihrem Baby bereits Ballspiele machen, bevor es Bälle werfen und fangen kann. Es ist ideal, mit ihrem Kind Fußball zu spielen, sobald es sich seiner Füße bewusst wird.
Lieblingsfarben (ab 6 Monaten): Neugeborene müssen erst lernen, ihre Sehschärfe einzustellen. Deshalb sprechen sie auf Kontraste in Schwarz-Weiß besonders gut an. Beobachten Sie ihre Reaktion auf Spielkarten oder ähnliches.
Die meisten Babys entwickeln ihre Sinne vollkommen problemlos. Sollten Sie jedoch das Gefühl haben, Ihr Sprössling sieht beispielsweise nicht richtig oder hört schlecht, zögern Sie nicht, einen Arzt zu fragen. Freunden und Verwandten fällt so etwas oft schneller auf, da sie das Kind nicht beständig um sich haben.
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