

Säuglinge sind in der Regel in den ersten sechs Monaten vor Krankheiten geschützt, weil sie in Schwangerschaft und Stillzeit von ihrer Mutter Antikörper mitbekommen.
Wenn dieser sogenannte Nestschutz nach einigen Monaten schwächer wird, wird Ihr Kleines anfälliger für Krankheiten. Durch diese bilden die Babys aber wiederum Antikörper gegen die Erreger und bauen so ihren Immunschutz auf.
Kälte ist zwar nicht der alleinige Auslöser für einen Schnupfen, doch trägt sie dazu bei, dass die Krankheits-Erreger überhaupt angreifen können. Im Herbst und Winter lassen kalte Temperaturen die oberen Atemwege schnell auskühlen. Die Blutgefäße ziehen sich zusammen, um den Körper vor Wärmeverlust zu schützen. Dadurch strömt weniger Blut durch Nase, Mund und Rachen und die Abwehrstoffe, die im Blut zirkulieren, erreichen diese Teile des Körpers nicht mehr so gut.
Ein Schnupfen stellt die häufigste Erkrankung bei Babys und Kindern dar. Er wird fast immer durch Viren verursacht, die sich mit Beginn der kalten Jahreszeit schnell verbreiten, da sich Kinder dann sehr viel häufiger in geschlossenen, geheizten Räumen aufhalten, in denen die Ansteckungswahrscheinlichkeit sehr viel höher ist als draußen. Für Säuglinge und Kleinstkinder ist ein Schnupfen eine ernstzunehmende Krankheit und belastet diese besonders.
Das kann zu einem großen Problem werden, da Babys ausschließlich durch die Nase atmen. Abschwellende Nasentropfen können bei einer verstopften Nase sinnvoll und notwendig sein, sollten jedoch nur in Absprache mit einem Arzt und nie länger als drei Tage angewendet werden. Eine mildere und oft schon ausreichende Alternative auf natürlicher Basis stellen Sprays oder Spülungen mit Meer- bzw. Salzwasser dar.
Was Sie sonst noch tun können, wenn Ihren kleinen Schatz einmal ein Schnupfen gepackt hat:
Die klassischen Kinderkrankheiten wie z.B. Masern, Röteln, Windpocken werden meist durch Viren hervorgerufen. Der Körper bildet im Verlauf der Erkrankung Antikörper gegen diese Erreger, wodurch oftmals eine lebenslange Immunität erzeugt wird. Wer in seiner Kindheit diese Krankheiten nicht durchlaufen hat oder nicht geimpft wurde, kann auch als Erwachsener noch daran erkranken. Meist ist der Krankheitsverlauf dann deutlich schwerer als im Kindesalter und kann zu bleibenden Schäden führen.
Durch eine hohe Impfrate sind in Deutschland viele Kinderkrankheiten stark zurückgegangen. Meist werden die Kinder - basierend auf der Empfehlung der Ständigen Impfkommission am Robert-Koch-Institut (STIKO) (www.kindergesundheit-info.de und www.rki.de) - innerhalb der ersten Lebensjahre mit Kombipräparaten gegen gleich mehrere Erkrankungen geimpft. Welche Impfungen für Ihr Kind sinnvoll sind, sollten Sie mit Ihrem Kinderarzt besprechen.
Die klassischen Kinderkrankheiten sind hochgradig ansteckend. Deshalb sollten Sie besonders aufmerksam werden, wenn im Freundeskreis, in der Nachbarschaft oder in der Kindergruppe diese Krankheiten ausbrechen. Meist besteht schon Ansteckungsgefahr, bevor die Symptome sichtbar sind. Erfahrungsgemäß ist Ihr Kleines bei einem Infekt auffällig schlapp, mag weder essen noch trinken und hat Fieber. Sie sollten dann möglichst rasch einen Kinderarzt aufsuchen und vor dem Besuch von Ihrem Verdacht berichten. Viele Praxen empfangen den kleinen Patienten in einem separaten Raum, damit sich andere Besucher nicht anstecken.
Wenn Ihr Sprössling krank ist, braucht er vor allem Ihre Zuwendung. Auch viel trinken ist wichtig, um die beim Fieber ausgeschwitzte Flüssigkeit auszugleichen. Ist Ihr Kind erschöpft, tut ihm Bettruhe gut. Bei Windpocken beispielsweise, an denen fast drei Viertel aller Kinder erkranken, sind die Patienten aber oft ganz munter, so dass sie ruhig aufstehen dürfen.
Wir geben Ihnen Tipps, wie Sie typische Kinderkrankheiten erkennen können.
Masern ist eine der häufigsten Kinderkrankheiten. Sie wird durch Tröpfcheninfektion übertragen, die Inkubationszeit - also die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit - beträgt etwa neun bis zwölf Tage. Die Ansteckungsgefahr ist besonders hoch, deshalb sind Masern nach dem Infektionsschutzgesetz meldepflichtig.
Symptome
Die ersten Symptome sind Schnupfen, Husten, Bindehautentzündung, Entzündungen im Nasen-Rachenraum und Fieber, dann folgen erste Flecken in der Mundschleimhaut. Nach etwa zwei Tagen tritt der für Masern typische Hautausschlag auf mit hellroten, leicht gewölbten Flecken, die sich vom Rumpf an bis zu den Beinen ausbreiten.
Mögliche Komplikationen
Es kann zu Mittelohr-, Lungen- und Gehirnentzündungen kommen.
Bei Röteln handelt es sich um eine Virusinfektion mit starkem Hautausschlag, die ebenfalls über Tröpfcheninfektion übertragen wird. Die Inkubationszeit bei Röteln beträgt 14 bis 21 Tage. Ansteckungsgefahr besteht ab einer Woche vor dem ersten Auftreten des Ausschlags bis zu einer Woche, nachdem er wieder abgeklungen ist.
Symptome
Eine Rötelerkrankung beginnt oft mit Symptomen, die auch leicht einer Grippe zugeordnet werden können, wie Fieber, Kopfschmerzen und Erkältungsanzeichen. Dazu kommen geschwollene Lymphknoten hinter den Ohren und im Nacken. Auch eine Bindehautentzündung kann ein Anzeichen für eine anstehende Rötelerkrankung sein. Schließlich folgt ein Ausschlag aus kleinen hellroten Flecken, die erst nur im Gesicht auftreten und sich später über den ganzen Körper ausbreiten. Diese sind meist nach etwa drei Tagen wieder verschwunden.
Mögliche Komplikationen
Besonders gefährlich ist es für Schwangere, wenn sie dem Rötelvirus ausgesetzt sind, da eine Erkrankung in der Schwangerschaft zu Missbildungen des ungeborenen Kindes führen kann. Daher sollten Sie in diesem Fall jeden Kontakt vermeiden und unverzüglich einen Arzt aufsuchen.
Diese auch als "Ziegenpeter" bekannte Virusinfektion wird durch Tröpfcheninfektion, aber auch durch infizierte Gegenstände übertragen. Die Inkubationszeit beträgt 14 bis 24 Tage, wobei eine Ansteckung von 6 Tagen vor den ersten Anzeichen einer Schwellung bis zu 14 Tage danach möglich ist.
Symptome
Mumps äußert sich zunächst durch allgemeines Unwohlsein und erhöhte Temperatur. Kurz danach folgt eine Schwellung der Ohrspeicheldrüse, die sehr schmerzhaft sein kann. Tritt die Schwellung zunächst nur auf einer Seite auf, weitet sie sich im Normalfall auf beide Seiten aus. Dadurch kommt es zu dem für Mumps so typischen geschwollenen Aussehen. Die Schwellung und die Schmerzen führen zu Problemen beim Kauen und Schlucken.
Mögliche Komplikationen
Die Infektion kann sich auch auf andere Speicheldrüsen, wie z.B. die Schilddrüse oder die Bauchspeicheldrüse ausweiten, was zu Bauchschmerzen und Durchfall führen kann. Tritt Mumps bei Jungen erst ab der Pubertät auf, kann es durch eine Entzündung der Hoden zu lebenslanger Unfruchtbarkeit kommen.
Auslöser für Windpocken ist ein Herpes-Virus, der durch Tröpfcheninfektion über die Luft oder direkten Kontakt übertragen wird. Bei einer Inkubationszeit von 10 bis 28 Tagen besteht 2 Tage vor bis 6 Tage nach dem Auftreten der ersten Flecken Ansteckungsgefahr.
Symptome
Vor dem Auftreten der ersten Flecken leiden die Kinder unter Mattheit, Kopf- und Gliederschmerzen sowie leichtem Fieber. Kurz danach folgt der typische Ausschlag: Rote Flecken, aus denen sich Knötchen und später nässende Blasen entwickeln. Diese Blasen jucken sehr stark. Trotzdem sollten Sie unbedingt darauf achten, dass das Kind sich nicht kratzt, da es sonst zu Entzündungen und später zu Narbenbildung kommen kann. Am besten die Fingernägel ganz kurz schneiden und dem Kind eventuell Baumwollhandschuhe (besonders nachts) anziehen.
Mögliche Komplikationen
Komplikationen treten meist nur bei Erwachsenen auf. Außerdem kann eine spätere Neuinfektion zu Gürtelrose führen. Auch für Neugeborene, die sich bei der Geburt bei der Mutter anstecken, kann die Krankheit gefährlich sein.
Bei Keuchhusten handelt es sich um eine bakterielle und mit oft mehr als 6 Wochen Dauer sehr langwierige Erkrankung, die durch Tröpfcheninfektion übertragen wird und eine Inkubationszeit von etwa 7 bis 14 Tagen hat. Da es sich nicht um eine Viruserkrankung handelt, führt eine Erkrankung zwar zu lang anhaltender aber nicht lebenslanger Immunität. Die Krankheit kann also mehrmals auftreten.
Symptome
Die Krankheit beginnt zunächst mit Erkältungssymptomen wie Schnupfen, Niesen und eventuell leichtem Fieber. Erst nach etwa ein bis zwei Wochen tritt der typische Husten auf, bei dem es zu mehreren schnell aufeinanderfolgenden starken Hustenstößen kommt. Dabei kann es auch zu Erbrechen kommen.
Mögliche Komplikationen
Durch die Schwächung des Immunsystems kann es zusätzlich zu einer Lungen- oder Mittelohrentzündung kommen oder die Keuchhustenbakterien können eine Gehirnerkrankung hervorrufen. Bei Säuglingen kann es an Stelle der Hustenanfälle zu Atemstillstand kommen.
Scharlach ist, wie Keuchhusten, eine bakterielle Infektion mit einer Inkubationszeit von 2 bis 4 Tagen, die durch Tröpfcheninfektion oder infizierte Gegenstände hervorgerufen wird. Auch beim Scharlach garantiert eine einmalige Erkrankung keine andauernde Immunität.
Symptome
Als erste Symptome treten bei Scharlach Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Halsschmerzen und Erbrechen auf. Aufgrund einer Mandelentzündung kommt es zu Schluckbeschwerden. Nach 2 bis 4 Tagen zeigt sich der typische Ausschlag in Achseln und Leisten, der sich dann über den ganzen Körper ausbreitet. Die Zunge ist zunächst weiß belegt, färbt sich aber später zur scharlachtypischen Erdbeerzunge tiefrot. Nicht immer tritt nach etwa einer Woche eine Schuppung der Haut an Fingern und Zehen auf.
Mögliche Komplikationen
Auch wenige Wochen nach dem Scharlach können Komplikationen eintreten. Zu ihnen gehören Mittelohr-, Nieren- und Herzmuskelentzündung oder rheumatisches Fieber.
Für weitere Informationen und Tipps zu anderen Kinderkrankheiten, schauen Sie auch in unser Gesundheitslexikon.
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