Überempfindlichkeitsreaktion des Organismus auf körperfremde Substanzen.
Aminosäuren werden die Bausteine genannt, aus denen das Eiweiß aufgebaut wird.
Aminosäurenstoffwechselstörungen sind seltene erbliche Erkrankungen, bei denen meist Enzyme in ihrer Funktion beeinträchtigt sind. Die Erkrankungen führen unbehandelt zu erhöhter Ausscheidung von Aminosäuren im Urin, Organschädigungen und oft zu Hirnschäden. Hat ein Kind eine derartige Aminosäurenstoffwechselstörung, sind eine möglichst frühzeitige Diagnostik und eine spezielle Diät erforderlich, um die Stoffwechselstörung so weit wie möglich zu kompensieren. Eine der häufigsten Aminosäurenstoffwechselstörungen ist die Phenylketonurie.
Nahrungsmittelbestandteile, die im menschlichen Magen-Darm-Trakt nicht verdaut werden können.
Mikroorganismen, die in der Bakterienflora des menschlichen Dickdarms vorkommen.
Diese Verbindung liefert dem Körper das wichtige Calcium, das vorwiegend im Knochengewebe deponiert wird.
Eine ausreichende Calciumversorgung ist wichtig, da Calcium neben seiner Funktion als Knochensubstanz auch für die Blutgerinnung und die Erregbarkeit von Nerven- und Muskelgewebe (Reizleitung und Muskelkontraktion) von Bedeutung ist.
L-Carnitin ist ein vitaminähnlicher Stoff und bedingt ein essentieller Nährstoff. L-Carnitin spielt eine Rolle im Fettstoffwechsel. Auch die Muttermilch enthält L-Carnitin, welches für das Neugeborene lebensnotwendig ist. L-Carnitin wird benötigt, um Fettsäuren in die Mitochondrien zu transportieren, wo die Fettsäuren in Energie umgewandelt werden. In der Schwangerschaft und Stillzeit ist der L-Carnitin-Bedarf erhöht. Milchfreie Säuglingsnahrungen enthalten kein L-Carnitin und müssen daher mit L-Carnitin ergänzt werden.
Cholin ist eine stickstoffhaltige, organische Verbindung und hat eine vitaminähnliche Wirkung. Cholin ist für den Fettstoffwechsel wichtig und fördert die Funktion der Leber. Milchfreie Säuglingsnahrungen und eiweißfreie Stoffwechseldiäten enthalten kein Cholin und sind daher mit Cholin ergänzt.
= Protein. Es gehört zu den wichtigsten Bestandteilen lebender Organismen. Aufgebaut ist es aus kleineren Bausteinen, den sog. Aminosäuren. Die Wertigkeit eines Nahrungsproteins ist abhängig von seinem Gehalt an essenziellen (= lebensnotwendigen) Aminosäuren.
Elektrolyte sind im Wasser gelöste Verbindungen, die für den Wasserhaushalt des Organismus von Bedeutung sind. Bei Durchfällen kann es zu erheblichen Wasser- und Elektrolytverlusten kommen, die möglichst schnell wieder ausgeglichen werden müssen.
Substanzen, die viele Reaktionen im Körper steuern und ermöglichen, z. B. den Abbau der Nährstoffe während der Verdauung.
Energiereichster Hauptnährstoff. Besonders im Säuglingsalter wichtig, da die Kinder in dieser Entwicklungsphase viel Energie für das Wachstum benötigen.
Bestandteile der Triglyceride, die z. B. mit der Nahrung aufgenommen werden. Triglyceride bestehen aus einem Glycerinmolekül und drei Fettsäuren.
Falls nicht bzw. nicht ausreichend gestillt werden kann, ist Flaschennahrung die optimale Lösung zur Ernährung von Säuglingen, um die Kinder mit allen notwendigen Nährstoffen zu versorgen.
Spurenelement, das unter anderem für die Zahnmineralisation und Knochenbildung wichtig ist.
Flaschennahrung, die nach dem 6. Monat im Rahmen der Beikostfütterung geeignet ist.
Nahrungen mit diesem Hinweis enthalten weder Fruchtzucker (Fructose) noch Haushaltszucker (Saccharose).
= Fruchtzucker. Kommt natürlicherweise in Früchten vor, ist Baustein der Saccharose (= Kristallzucker, Haushaltszucker).
Sie gehören zur Gruppe der prebiotischen Ballaststoffe.
Bestandteil des Milchzuckers.
= Traubenzucker. Kommt natürlicherweise in vielen Pflanzen vor. Glucose nimmt im menschlichen Stoffwechsel eine zentrale Rolle ein. Glucose ist z. B. ein unentbehrlicher Brennstoff für die Gehirnzellen, deshalb wird der Blutzuckerspiegel vom Körper genau reguliert. Glucose ist auch der Baustein, aus dem die Stärke zusammengesetzt ist.
Bestandteil des Getreideeiweißes. Als sogenanntes Klebereiweiß bewirkt es die Backfähigkeit des Mehls. Säuglinge sollen in den ersten Lebensmonaten glutenfrei ernährt werden, da Gluten bei entsprechender Veranlagung die Krankheit Zöliakie verursachen kann.
Glykomakropeptid (= GMP) ist ein spezielles Peptid (= Verbindung aus zwei oder mehreren Aminosäuren), das aus Milcheiweiß hergestellt wird. GMP ist ein biologisch hochwertiger Rohstoff und aufgrund seines sehr niedrigen Phenylalaningehaltes besonders als wertvolle Eiweißkomponente für Spezialdiäten zur diätetischen Ernährung von Patienten mit Phenylketonurie geeignet. GMP hat einen angenehmen Geschmack und kann in Spezialdiäten mit bitter schmeckenden Aminosäurenmischungen diese teilweise ersetzen. Aufgrund seines hohen Gehaltes an der Aminosäure Threonin eignet sich GMP ebenfalls als Ergänzung der Eiweißkomponenten von Säuglingsnahrungen.
Der Phenylalaninspiegel im Blut liegt bei gesunden Säuglingen meist unter 2 mg/100 ml. Bei normaler Eiweißzufuhr mit der Nahrung steigt bei Patienten mit Hyperphenylalaninämie der Phenylalaninspiegel an und führt zu erhöhten Konzentrationen von Phenylalanin im Blut.
Die Hyperphenylalaninämie ist in Deutschland der häufigste genetische Defekt im Aminosäurenstoffwechsel. Die Häufigkeit liegt bei 1:6500 Neugeborenen. Die eingeschränkte Aktivität des Enzyms Phenylalaninhydroxylase führt zu einem Anstieg des Phenylalanins im Blut und kann zu einer Hirnschädigung führen.
Die Blutphenylalaninspiegel müssen durch eine phenylalaninarme Diät bis zum Ende des 10. Lebensjahres möglichst unter 4 mg/100 ml gesenkt werden. - Eine weitere Behandlung wird auch im Erwachsenenalter empfohlen. Empfehlungen der Arbeitsgemeinschaft für Pädiatrische Stoffwechselstörungen: Phenylalaninspiegel bis zum 10. Lebensjahr 0.7-4 mg/100 ml; bis zum 16. Lebensjahr 0.7-15 mg/100 ml; danach weniger als 20 mg/100 ml.
Hypoallergen (HA) kommt aus dem Griechischen von hypo (unter/wenig) und allergen (körperfremd) und bedeutet allergenreduziert. HA-Nahrungen sind zur Vorbeugung gegen Allergien konzipiert. Das in diesen Nahrungen enthaltene Eiweiß ist zerkleinert und damit weniger allergen als intaktes Eiweiß.
Inosit (Myo-Inosit) ist eine vitaminähnliche Substanz, kommt frei im Muskelgewebe und in Organen vor und wird zum Vitamin B2-Komplex gerechnet. Bei Mangel treten Wachstumsstillstand und Hautentzündungen auf. Milchfreie Säuglingsnahrungen und eiweißfreie Stoffwechseldiäten enthalten kein Inosit und werden daher mit Inosit ergänzt.
Spurenelement, das für die Funktion der Schilddrüse unentbehrlich ist.
Quellstoff, der das Andicken einer Nahrung ermöglicht.
Maßeinheit für den Energiegehalt.
Unter dem Begriff Kohlenhydrate wird eine Vielzahl von Substanzen zusammengefasst, die unterschiedlich aufgebaut sein können. Monosaccharide (Einfachzucker) bestehen aus einem, Disaccharide (Zweifachzucker) aus zwei, Oligosaccharide aus 10-12 und Vielfachzucker (Polysaccharide) aus noch mehr Bausteinen.
Die bekanntesten Einfachzucker sind Glucose (= Traubenzucker) und Fructose (=Fruchtzucker).
Zu den Zweifachzuckern gehören Saccharose (Kristallzucker), Lactose (Milchzucker) und Maltose. Kristallzucker besteht aus den Bausteinen Glucose und Fructose, Milchzucker aus Glucose und Galactose, und Maltose besteht aus zwei Glucose-Bausteinen.
Der wichtigste Vielfachzucker (= Polysaccharide) ist die Stärke, die aus vielen Glucose-Bausteinen besteht.
= Abwehr-Reaktion des Immunsystems auf das artfremde tierische Eiweiß
= Milchzucker. Lactose ist ein Zweifachzucker und besteht aus den Bausteinen Glucose und Galactose.
= Milchzuckerunverträglichkeit. Das Verdauungsenzym Laktase fehlt oder ist nur in unzureichenden Mengen vorhanden. Nach dem Genuss von laktosehaltigen Lebensmitteln und Getränken treten typische Symptome wie Bauchschmerzen, Durchfälle oder Blähungen auf.
(= long chain polyunsaturated fatty acids) sind langkettige, mehrfach ungesättigte Fettsäuren, wie sie auch in der Muttermilch vorkommen. Gerade in den ersten Lebensmonaten, bis zur Einführung der Beikost, sind sie ein wichtiger Baustein für Babys gesunde Entwicklung, da es in diesem Alter noch nicht ausreichend LC-PUFA selbst produzieren kann.
Diese Verbindung liefert dem Körper das wichtige Magnesium, das im Zellstoffwechsel eine Schlüsselrolle einnimmt und u. a. für die Herzmuskelfunktion von Bedeutung ist.
Maltodextrine sind kleinere Bruchstücke der Stärke. Sie entstehen z. B. bei der Verdauung von Stärke im menschlichen Verdauungstrakt.
Schwangere, die an Phenylketonurie oder Hyperphenylalaninämie leiden, sollen möglichst einen Phenylalaninspiegel von 6 mg/100 ml nicht überschreiten, um den Embryo beziehungsweise den Fötus nicht zu schädigen. Eine phenylalanin-arme Diät ist schon vor Beginn der Schwangerschaft erforderlich und während der gesamten Schwangerschaft beizubehalten.
= Lactose. Milchzucker ist das wesentliche Kohlenhydrat in der Muttermilch.
Substanzen, die der Organismus als Bau- und Wirkstoffe benötigt.
Oligosaccharide sind Kohlenhydrate, die nicht mehr als 10-12 Einzelbausteine (Monosaccharide) enthalten. (siehe Kohlenhydrate).
Sie gehören zur Gruppe der Ballaststoffe. Aufgrund ihrer Fähigkeit Wasser zu binden werden sie auch als Gelier- und Verdickungsmittel eingesetzt.
Phenylalanin ist eine lebensnotwendige Aminosäure, die mit der Nahrung aufgenommen werden muss, da der Körper Phenylalanin nicht selbst herstellen kann. Phenylalanin kommt im Eiweiß fast aller Lebensmittel vor, so auch in der Muttermilch. Im Stoffwechsel wird Phenylalanin in der Leber zu der Aminosäure Tyrosin abgebaut.
Phenylketonurie ist eine vererbbare angeborene Aminosäurenstoffwechselstörung. Die Häufigkeit der Erkrankung beträgt etwa 1 Fall auf 8000-10000 Geburten pro Jahr in Deutschland. A. Fölling hat 1934 die Phenylketonurie erstmals als eigenständiges Krankheitsbild beschrieben, sowie den Zusammenhang zwischen hohen Phenylalaninspiegel im Blut und damit verbundenen Hirnschädigungen.
Ist der Umwandlungsprozess von Phenylalanin gestört, so reichert sich die Aminosäure im Blut und in den Geweben an und schädigt diese. Betroffen ist vor allem das Gehirn. Wird die Erkrankung nicht behandelt, wird das Gehirn derart geschädigt, dass es zu bleibenden Intelligenzdefekten und schwerem Gedächtnisverlust (= Demenz) kommen kann. Phenylketonurie ist nicht heilbar, kann aber bei frühzeitiger Diagnose und konsequenter Therapie unter ärztlicher Kontrolle so behandelt werden, dass die betroffenen Kinder sich weitestgehend normal entwickeln können.
Die Behandlung erfolgt mit einer speziellen phenyalaninarmen Diät. Bei dieser Diät muss darauf geachtet werden, dass trotz der Einschränkung der Phenylalaninzufuhr mit der Nahrung noch ausreichend von dieser Aminosäure mit der täglichen Nahrung aufgenommen wird. Die Diät soll so frühzeitig wie möglich beginnen und konsequent bis zur Pubertät eingehalten werden. Die Fortsetzung der Diät bei heranwachsenden Jugendlichen und bei Erwachsenen wird empfohlen, um Einschränkungen der Gehirnleistung und des Denkvermögens zu vermindern oder zu verhindern.
Unter Prebiotik versteht man das Konzept, prebiotische Ballaststoffe mit der Nahrung zuzuführen, um das Wachstum günstiger Dickdarmbakterien zu unterstützen. Der Anteil ist dabei in der Regel der Muttermilch nachempfunden und basiert auf Milchzucker.
Prebiotika sind kurzkettige Ballaststoffe, die unverdaut in den Dickdarm gelangen und dort die Vermehrung günstiger Bakterien entscheidend positiv beeinflussen können.
Die Verdauung funktioniert im Prinzip wie eine Art Schutzschild: Dank „guter“ Darmbakterien wird das Wachstum krankheitserregender Keime im Dickdarm unterbunden. Bei Neugeborenen und Säuglingen hingegen muss sich die Darmflora mit den physiologisch wichtigen Darmbakterien erst langsam aufbauen. Eltern haben dabei die Möglichkeit, diesen Vorgang durch eine gesunde Ernährung Ihres Babys, z. B. mit prebiotischen Säuglingsnahrungen, aktiv zu unterstützen.
Im Gegensatz zu probiotischen Stoffen, die aus Mikroorganismen bestehen und deren Anwendung bei Säuglingen noch nicht ausreichend erforscht wurde, sind prebiotische Stoffe besonders für die Säuglingsernährung geeignet, da sie bereits als natürlicher Bestandteil in der Muttermilch vorkommen.
Süßstoff mit wesentlich höherer Süßkraft als z. B. Glucose.
= Kristallzucker, Haushaltszucker. Kommt natürlicherweise in Früchten und Pflanzen vor. Saccharose ist ein Zweifachzucker und besteht aus den Bausteinen Glucose und Fructose. Der gewöhnliche Name für Saccharose lautet Haushaltszucker oder Kristallzucker.
Protein = Eiweiß. Sojaprotein besitzt verglichen mit vielen anderen Pflanzen eine für die menschliche Ernährung günstige Zusammensetzung der Eiweißbausteine
(= Aminosäuren).
Aus der Sojabohne gewonnenes Eiweiß. Isolat bedeutet, dass in der Sojabohne vorkommende unerwünschte Inhaltsstoffe während der Gewinnung entfernt werden. Nur Sojaproteinisolat ist zur Herstellung von Säuglingsnahrungen auf Sojabasis zugelassen.
Elemente, die zwar nur in sehr geringen Mengen im Körper vorkommen, für die Aufrechterhaltung der Körperfunktionen aber unentbehrlich sind.
Stärke ist der wichtigste Vielfachzucker. Sie besteht aus vielen Glucose-Bausteinen. Kleinere Bruchstücke der Stärke sind Dextrine, Maltodextrine und Glucosesirup.
Taurin ist eine Aminosäure, die in vielen Körpergeweben nachgewiesen worden ist. Bereits während der Schwangerschaft wird der Fetus über das mütterliche Blut mit Taurin versorgt.
Fettsäuren bestehen aus unterschiedlich langen Ketten von Kohlenstoffatomen, die miteinander verknüpft sind und zusätzlich Wasserstoff- und Sauerstoffatome enthalten. Ungesättigte Fettsäuren enthalten – im Gegensatz zu gesättigten Fettsäuren – weniger Wasserstoffatome, dafür aber eine oder mehrere Doppelbindungen. Ungesättigte Fettsäuren übernehmen im Organismus spezielle Aufgaben.
Verbindungen, die vom Organismus für lebenswichtige Funktionen benötigt, aber nicht selbst bzw. nicht in ausreichender Menge hergestellt werden können. Sie müssen deshalb regelmäßig mit der Nahrung zugeführt werden.
Erkrankung der Dünndarmschleimhaut, die zu einem Verlust an Verdauungsenzymen und nachfolgenden Resorptionsstörungen (Resorption = Stoffaufnahme aus dem Darm in den Körper) führt. Symptome: chronisch-wiederkehrende Durchfälle, Unterernährung. Vitaminmangel, Eisenmangel. Therapie: glutenfreie Kost auf Reis- oder Maisbasis.
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