

Da Eltern permanent um ihren Schützling besorgt sind, wollen sie ihr Kind am liebsten gar nicht mehr aus den Augen lassen. Spätestens mit dem ersten Geburtstag wird das allerdings zunehmend schwieriger.
Zwischen dem 10. und 15. Lebensmonat fängt der Nachwuchs an zu laufen. Dann sind die Kleinen kaum noch zu bremsen. Neugierig erkunden sie nach und nach ihre Umgebung und treffen dabei auch auf das ein oder andere Hindernis. Ein blauer Fleck am Knie oder ein angestoßener Kopf sind da fast an der Tagesordnung – für das Kind manchmal ein schmerzliches Erlebnis. Da hilft nur noch eins: Pusten und Trösten durch Mama oder Papa.
Jedoch sollten Eltern ihr Kind nicht zu sehr behüten. Denn gerade durch kleine Fehler und deren Auswirkungen lernt der Nachwuchs, sich in seiner Umgebung zurechtzufinden. Ihr Kind ist in dieser Zeit hin- und hergerissen zwischen der emotionalen Abhängigkeit zu Ihnen und dem Drang, eigenständige Erfahrungen zu sammeln. Sie sollten also durchaus versuchen, Ihren Sprössling vor Unfällen zu schützen, ihm aber auch den Freiraum geben, seine Fähigkeiten auszuprobieren. Um den Mittelweg zu finden, hilft es, wenn Sie über die Entwicklungsphasen Ihres Kindes Bescheid wissen.
8. Monat: Ihr Kind erkennt nicht nur immer mehr Gegenstände, sondern kann auch ihre Funktion zuordnen. Ein Hut setzt sich Ihr Kleines zielsicher auf den Kopf und das Spielzeug-Telefon hält es sich prompt ans Ohr – wie bei den Erwachsenen abgeguckt. Ebenfalls ab dem 8. Monat beginnt die Krabbelphase: rollend, robbend oder rutschend bahnt sich Ihr Kind den Weg durch die noch unbekannte Abenteuerwelt seiner vier Wände.
11. Monat: Ihr Kind kann Sie schon unterstützen, wenn Sie es anziehen wollen. Bis es sich alleine ankleiden kann, wird noch einige Zeit vergehen, aber Arme und Beine streckt es Ihnen jetzt schon hilfreich entgegen.
12. Monat: Erste Gehversuche bahnen sich an. An einem niedrigen Tisch oder einem Stuhl kann sich Ihr Kind schon selbst hochziehen. Bis es "auf eigenen Beinen" steht, dauert es aber noch eine Weile.
15. Monat: Ihr Nachwuchs erkennt sich selbst im Spiegel. Der "Zwilling", der Ihrem Kind alles nachmacht, wird jetzt nicht mehr als fremde Person wahrgenommen. Ihr Sprössling beginnt zwar schon mit etwa 10 bis 12 Monaten zu sprechen, in der Ich-Form wird sich Ihr Kind allerdings erst mit zweieinhalb Jahren mitteilen.
Je intensiver Sie Ihr Kind beobachten, desto sicherer können Sie beurteilen, was gerade richtig oder falsch für Ihr Baby ist. So müssen Sie es zum Beispiel nicht über die Türschwelle heben, über die es sonst immer stolpert und sich dabei das Knie anstößt. Mit der Zeit wird Ihr Kind aus seinen Fehlern lernen und die Schwelle dann von alleine beachten.
So behütet und doch mit dem nötigen Freiraum, entwickelt sich Ihr Kind zu einem selbständigen Erdenbürger. Auch kleine Beulen und Blessuren sind dann schnell wieder vergessen.