Lamm

Babysprache – so verstehen Sie Ihr Kind

 

In den ersten Lebensmonaten äußert sich Ihr Kleines zunächst durch Brabbeln oder Laute wie "Dada" und "Gaga", ab etwa einem Jahr mit einzelnen Worten und ca. weitere sechs Monate später mit Zwei-Wort-Kombinationen.


Jedes Kind hat ein individuelles Entwicklungstempo. Mädchen fangen in der Regel früher an zu sprechen als Jungen, da sich bei ihnen die für Sprache und Kreativität zuständige linke Gehirnhälfte etwas schneller entwickelt. Es besteht also erstmal kein Grund zur Sorge, wenn Ihr Sprössling etwas länger braucht. Kann Ihr Kind aber im Alter von zwei Jahren nur "Mama" und "Papa" sagen, ist es ratsam, einen Kinderarzt aufzusuchen, um z. B. eine Schwerhörigkeit auszuschließen.

Aber auch bevor Ihr kleiner Liebling die ersten Worte spricht, hat er schon Mittel und Wege, sich Ihnen mitzuteilen. So gibt es zum Beispiel einige typische Laute, die Stimmungen und Wünsche Ihres Kindes ausdrücken:

Kontaktlaut

Ein kurzer einzelner Ton, den das Baby äußert, wenn es sich alleingelassen fühlt. Besonders häufig direkt nach dem Aufwachen, um damit zu signalisieren: "Ich bin jetzt wieder wach. Jemand soll sich um mich kümmern."

Schlaflaute

Dies sind wohlig klingende längere Laute während des Schlafens. Diese Laute dienen den Eltern als Bestätigung, dass es dem Baby gut geht und es sich wohl fühlt.

Trinklaut

Ein zufrieden klingendes Geräusch, das Ihr Kind während des Trinkens/Fütterns im Rhythmus des Schluckens von sich gibt. Es signalisiert Ihnen, dass die Milch in der richtigen Menge fließt.

Wohligkeitslaute

Mehrere kurze sehr zufrieden klingende Töne. Ihr Sprössling fühlt sich rundherum wohl.

Unmutslaute

Eine Serie kurzer Einzellaute, die bei Ignorieren schnell in Quengeln oder Schreien umschlagen können. Sie machen deutlich, dass das Baby nicht zufrieden ist.

Darüber hinaus kann die Körpersprache beim Verstehen helfen. Reibt sich das Baby die Augen und gähnt, ist es höchstwahrscheinlich müde. Fingerlutschen kann dagegen auf Hunger hindeuten. Auch andere Körperhaltungen können deutliche Aussagen darüber geben, wie sich Ihr Kind gerade fühlt oder was es vielleicht braucht:

Hinweise zur Deutung der Körpersprache

Liegt es ganz ruhig da, der Blick ist abgewandt, die Händchen leicht abgewinkelt mit nur locker geschlossenen Fingern, so ist es zufrieden und möchte einfach etwas ausruhen. Sie sollten Ihrem Liebling jetzt Ruhe gönnen und brauchen keine Unterhaltung anzubieten.

Blickt es Sie direkt an, folgt Ihnen mit den Augen, ist vergnügt und strampelt und quietscht, wach und aufnahmebereit. Es möchte Neues ausprobieren, mit Ihnen kommunizieren oder spielen.

Ist Ihr Kleines völlig versunken in die Betrachtung eines bestimmten Gegenstands, liegt ganz ruhig da, die Hände locker geöffnet, so entdeckt es gerade etwas Neues und möchte dabei nicht gestört werden.

Ist das Baby unruhig, windet sich, zieht die Beine immer wieder an den Körper oder krümmt sich zusammen und schreit dabei, so hat es wahrscheinlich Bauchschmerzen. Massieren Sie seinen Bauch, machen Sie ihm einen warmen Bauchwickel und nehmen Sie es auf den Arm. Wenn sich längerfristig keine Besserung zeigt, suchen Sie bitte einen Arzt auf.

Bereits ab dem 6. Lebensmonat kann Ihr Sprössling erste Wörter verstehen und lernt ab diesem Zeitpunkt mit rasanter Geschwindigkeit. Diese Entwicklung können Sie in vielfältiger Hinsicht unterstützen. Wenn Sie Ihrem Kind zum Beispiel im Alltag einfach die Dinge benennen, die sie gerade in der Hand halten ("Das ist ein Teller.") oder ihm Vorgänge beschreiben ("Und jetzt stellt die Mama den Teller in die Spülmaschine, damit er sauber wird."), kann es darauf reagieren und wird ab einem gewissen Alter auch versuchen, darauf zu antworten. Auch durch Vorlesen, Vorsingen und Fingerspiele können Sie seine Sprachentwicklung fördern.

Beim Sprechen mit Ihrem Kleinen ist es hilfreich, möglichst kurze Sätze und einfache Wörter zu verwenden, langsam zu sprechen und das Gesagte durch eine deutliche Betonung und ein ausgeprägtes Mienenspiel zu unterstützen. Dabei können Sie mit Ihrem Kind ganz normal reden, ohne in eine vereinfachte "Babysprache" zu verfallen.