Lamm

Vererbung oder Erziehung?

 

Von wem hat unser Kind das nur? Schon seit der Antike versuchen die Menschen die Gesetzmäßigkeiten der Vererbung durch verschiedene Hypothesen zu erklären.

Doch erst 1865 gelang es Gregor Mendel, grundlegende Regeln für die Weitergabe von Erbanlagen aufzustellen.


Heute weiß man zudem, dass nicht nur die Gene Einfluss auf die Entwicklung des Nachwuchses haben, sondern dass Kinder auch stark durch die Erziehung und ihr Umfeld geprägt werden.

Angeboren oder erlernt?

  • Äußere Merkmale wie blaue Augen, rote Haare und lange Beine sind angeboren. Dennoch ist ein Kind nicht das "Abbild" seiner Eltern. Erbinformationen können auch eine Generation überspringen, so dass Ihr Kleines etwa Merkmale der Großeltern erben kann. Es können auch ganz neue Merkmale auftreten, die weder in der Familie der Mutter noch in der des Vaters vorkommen. Für die meisten Körpermerkmale ist ein Zusammenspiel vieler Gene verantwortlich.
  • Die Veranlagung für Krankheiten wie Neurodermitis oder Allergien werden vererbt. Sind solche Fälle in der Familie bekannt oder treten sie vermehrt auf, ist das Risiko für das Kind erhöht, ebenfalls zu erkranken. Allerdings ist die Entstehung und Ausprägung einer Allergie auch von Umwelteinflüssen, Stress sowie dem allgemeinen Gesundheitszustand abhängig. Mit der richtigen Ernährung von Anfang an lässt sich eine mögliche Allergie verzögern, mindern oder sogar verhindern.
  • Emotionale Mimik ist durchaus vererbbar und somit kann es innerhalb einer Familie eine typische "Gesichtssprache" geben.
  • Sicher geben Eltern einen Teil ihrer Intelligenz an ihren Nachwuchs weiter, jedoch hängt die Intelligenz des Kindes vor allem davon ab, wie es sich entwickelt und wie es gefördert wird.
  • Eigenschaften wie Temperament, Ängstlichkeit oder Aggressivität sind nur in gewissem Maße in die Wiege gelegt. Ihre Ausprägung wird stark durch Umweltfaktoren wie Erziehung und soziales Umfeld beeinflusst.

Während die Gene zwar die körperlichen Merkmale des Nachwuchses zum größten Teil bestimmen, geben sie für deren Charaktereigenschaften nur den Rahmen vor. Denn die Persönlichkeit eines Kindes entwickelt sich fortlaufend weiter über die ganze Kindheit und Jugendzeit. Das heißt, ein zurückhaltender Dreijähriger muss noch lange kein schüchterner Teenager werden. Entscheidende Einflussfaktoren sind Erziehung, Ausbildung, soziales Umfeld und Erfahrungen.

Mit zunehmendem Alter verfestigt sich der Charakter, doch selbst im Erwachsenenalter sind noch Wandlungen möglich.