

Es wird Wochen dauern, bis Ihr Körper seine vorherige Form und Elastizität wieder hat. Die Bauchdecke, der korbförmige Beckenboden und das tragende Muskelsystem wurden kräftig gedehnt und nachgiebig. Leider regelt die Natur nicht alles von allein.
Mit gezielten und regelmäßigen Beckenboden- und Bewegungsübungen bekommen Gebärmutter, Darm und Blase wieder Halt und die Schließmuskeln von Enddarm, Blase und Scheide wieder Spannung. Außerdem beugen Sie späteren Schwächen vor, z.B. einer Blasenschwäche oder Gebärmuttersenkung in den Wechseljahren. Dann lassen vorgeschwächte Muskelpartien durch die nachlassende Hormonproduktion noch mehr nach.
Neun Monate hat sich der Körper auf die Geburt Ihres Kindes eingestellt und ebensoviel Zeit sollte man ihm geben, sich zurück zu entwickeln. Durch die Hormonausschüttung nach der Geburt straffen sich die gedehnten Muskeln und das Gewebe, die Gebärmutter bildet sich zurück. In diesen Wochen ist der Körper so bereit wie selten, Fett abzubauen und gleichzeitig Muskulatur aufzubauen. Der ideale Zeitpunkt also, sich wieder langsam und behutsam in Form zu bringen.
Sechs Wochen nach der Geburt empfiehlt es sich deshalb, mit einem Rückbildungskurs zu beginnen. Kliniken, Hebammen und Geburtshäuser bieten diese Kurse an, die vor allem den gedehnten Beckenboden trainieren und die Bauchmuskulatur kräftigen sollen. Das ist nicht nur gut, um rasch wieder in Form zu sein, sondern auch dann, wenn Sie sich ein weiteres Baby wünschen. Sogar für die späteren Wechseljahre sind diese Übungen eine Vorbereitung. Sie helfen, einer Gebärmuttersenkung vorzubeugen und die Spannkraft der Blasen- und Darmmuskeln zu erhalten.
Gleichzeitig sollten aber auch durch die Rückbildungsgymnastik Muskelschwächen ausgeglichen, Haltungsschäden aufgezeigt und dabei abgestellt werden. Junge Mütter neigen beim Tragen ihrer Säuglinge häufig dazu, sich einseitig oder falsch zu belasten, z.B. wenn sie das Kind aus dem Bett oder die Wiege heben oder es über längere Zeit tragen müssen. So kann auch eine falsche Haltung beim Stillen zu Verspannungen und Kreuzschmerzen führen.
Übertreiben Sie es aber in keinem Fall mit den Übungen und machen Sie Ihre Gymnastik anfangs nur unter fachmännischer Aufsicht wie z.B. der Kursleiterin oder Ihrer Hebamme. Haben Sie die Übungen einmal gelernt, können diese auch problemlos zuhause oder in den Alltag eingebaut werden: So kann z.B. die Beckenbodengymnastik beim Zähneputzen, Autofahren oder spazieren gehen mehrmals täglich wiederholt werden. Ausdauersportarten wie etwa Joggen sollten Sie aber noch ein wenig vertagen, denn das belastet den Beckenboden in den ersten Wochen noch zu sehr.
Informieren Sie sich vorab bei Ihrer Krankenkasse, ob diese die Kursgebühr übernimmt. Grundsätzlich hat jede Frau nach der Entbindung ein Recht auf einen Rückbildungskurs, der von einer ausgebildeten Hebamme geleitet werden muss.