

Während der Schwangerschaft durchlaufen Sie und Ihr Kind verschiedene Phasen, die sowohl die Psyche als auch den Körper beeinflussen.
Hier können Sie nachlesen, welche Stadien Sie beide in den nächsten neun bzw. zehn Monaten durchlaufen werden.
In der zweiten Woche nach der Befruchtung nistet sich das Pünktchen-große neue Leben mit all seinen Erbanlagen in der Gebärmutterwand ein. Damit ist es Teil des mütterlichen Kreislaufs. Ende der 4. Woche bilden sich die ersten Blutgefäße und Vorstufen von Rückenmark und Gehirn. In der 5. Woche fängt das Herz an zu schlagen und pumpt Sauerstoff in das wachsende Gehirn. Bis zu 120 mal pro Minute. Alles hat Hand und Fuß. Erst sprießen Arme und Hände, dann Beine und Füße. Das Gesicht nimmt Formen an: Mit Augen und Ohren, Nase, Mund und Lippen. Das Baby ist fast komplett, reagiert schon in der 7. Woche auf Reize und macht reflexartige Bewegungen.
Jetzt findet die Endauswahl "Junge" oder "Mädchen" statt. Das Geschlecht ist zwar in den Chromosomen vorprogrammiert, aber die Natur legt vorsorglich beide Geschlechtsorgane an. Hormone bestimmen letztlich die Entscheidung, welches Teil sich weiterentwickeln soll. Alle Organe komplettieren sich. Hände und Fußsohlen reagieren auf Berührung. Das Baby kann die Stirn in Falten legen und bei einem Reiz den Kopf wegdrehen. Es bewegt Hände und Ellenbogen getrennt und greift nach der Nabelschnur. Es strampelt und geht in die Knie, um sich zu drehen. In der 12. Woche ist es ca. 9 cm lang (vom Scheitel bis zum Steiß, genannt SSL) und wiegt rund 50 Gramm.
Es heißt jetzt Fötus, nicht mehr Embryo. Das bedeutet, Ihr Baby ist reif für die Aufbaustufe. Noch versteckt es sein Geschlecht vor neugierigen Blicken per Ultraschall. Das zentrale Nervensystem koordiniert die Steuerung seiner Bewegungen und Reflexe wie Saugen, Greifen oder Strecken. Das Herz schlägt bis zu 160 mal pro Minute. Die Nieren übernehmen ab der 14./15. Woche zunehmend die Bildung des Fruchtwassers. Das Baby trinkt davon schluckweise und scheidet es wieder aus - keimfrei! In der 16. Woche ist es ca. 14 cm lang (bis Po) und wiegt rund 180 Gramm.
Zu den Vorsorge-Untersuchungen dürfen Sie während der Arbeitszeit gehen. Ihr Baby wird empfänglich für Zuwendung. Nehmen Sie sich öfter ein paar ruhige Minuten. Schicken Sie Ihre Gedanken zu ihm. Erzählen Sie ihm, wie Sie sich fühlen, wenn Sie Ihren Bauch streicheln.
Es entwickelt seine Sinne, seine Sensibilitäten. Es reagiert auf Kälte, Druck oder Schmerz und auf vieles, was ihm zu Ohren kommt. Denn jetzt kann Ihr Baby hören. Bei zärtlicher Musik wie Mozart oder Kuschelrock wird es schön ruhig im Bauch. Bei Techno oder Hard Rock strampelt es wahrscheinlich wild oder klopft an die Bauchdecke: "Ruhe". Megakrach und Superstress gehen ans Herz: Es schlägt schneller. Etwa ab der 20. Woche spüren Sie vielleicht, dass sich Ihr Baby zu Ihrer Hand auf dem Bauch hinbewegt, wenn Sie es gedanklich dorthin einladen. Dann ist es ca. 19 cm lang (bis Po) und wiegt rund 430 Gramm.
Das Baby ist total fit, aber noch ganz mager. Fett steht noch nicht auf dem Plan. In seinem Studio trainiert es regelmäßig seine Beweglichkeit und seine Muskeln, die anfangen zu wachsen. Die Talgdrüsen produzieren einen eigenen Hautschutz: die Käseschmiere. Diese Bodycreme schützt vor den Einwirkungen des Fruchtwassers. Die ersten Geschmackssensoren arbeiten, und das Baby reagiert auf süß oder sauer. Die Lunge bildet jetzt ihre Funktion aus. Zur Unterstützung atmet das Baby sogar Fruchtwasser ein. Ab der 24. Woche könnte es sich auf Luft umstellen, würde aber Atemhilfe brauchen. Der Haarwuchs beginnt. Und das Baby öffnet die Augen. In der 24. Woche ist es ca. 23 cm lang (bis Po) und wiegt rund 650 Gramm.
Das Gesicht prägt seine Feinheiten aus: Augenbrauen und Wimpern wachsen. Das Baby gähnt, streckt die Zunge heraus und lutscht am Daumen und lernt, eine Faust zu machen. Es dreht und wendet sich in der enger werdenden Wohnung noch nach Herzenslust. Aber jetzt muss Fettgewebe auf die Knochen. In vier Wochen verdoppelt Ihr Baby sein Gewicht. In der 28. Woche ist es ca. 27 cm lang (bis Po) und wiegt rund 1.350 Gramm. Wachsen allein ist recht langweilig. Seine Sinne suchen Kontakt. Es reagiert auf Streicheln, Geschichten und vorgesungene Lieder. Auch Väter sind als Talkmaster gefragt.
Es möchte noch gut acht Wochen in seiner Wohnung bleiben, um noch etwas mehr Babyspeck anzulegen und die körpereigene Klimaanlage besser für das neue Leben zu rüsten. Es wird zwar eng, aber das Baby kann sich noch drehen. Die endgültige Geburtslage bleibt erst mal sein Geheimnis. Auf sein Lieblingslied oder die regelmäßige Erzählstunde reagiert es prompt. Es hört in Ruhe zu. Babys, denen es im Bauch nicht mehr gefällt oder die Rücksicht auf Mutters Gesundheit nehmen müssen, können schon recht fit ins Leben starten. Trotzdem wäre das erste Zuhause die Frühgeburtsstation. In der 32. Woche ist es ca. 30 cm lang (bis Po) und wiegt rund 2.200 Gramm.
Noch ist es mit dem Sammeln von Lebenskraft, dem Auffüllen seiner Babypolster und der Feinregulierung zur Klimaanpassung beschäftigt. Die Käseschmiere baut sich langsam ab. Die Nabelschnur ist etwa einen halben Meter lang. Über diese Versorgungsleitung tankt es bis zuletzt Abwehrstoffe aus dem mütterlichen Immunsystem auf. Für Bodybuilding ist kaum noch Platz. Es stößt häufig an die Decke, was Mütter zwischen Freude und Schreck schwanken lässt. Oder aus dem Schlaf holt. Der Tag-und-Nacht-Rhythmus des Babys läuft nach seiner eigenen Uhr. In der 36. Woche ist es ca. 34 cm lang (bis Po) und wiegt rund 2.900 Gramm.
Bis zur Premiere legt es etwa noch 500 Gramm zu. Gesunder Babyspeck ist der beste Klimaschutz. Der zarte Flaum am Körper ist so gut wie weg. Die Käseschmiere zieht in die Haut ein, damit sie zum Empfang rosig und glatt ist. In der Regel nimmt das Baby die günstigste Lage für die Geburt ein: Den Kopfstand. So drückt es sich unten in den Beckenausgang und stemmt sich mit den Beinen in der Zwerchfellgegend ab. Die Wehen helfen ihm, sich durch die enge Öffnung zu schieben. Wenn es nicht ideal liegt, hat es seine eigenen Gründe. Egal, es möchte auf die Welt kommen: Durch die Tür der Natur oder per Kaiserschnitt direkt aus dem Bauch. Hauptsache, es ist alles okay und seine Eltern sind total glücklich.
Ihr Körper sendet bereits deutliche Signale in Sachen Baby: Die Brust fängt an zu wachsen und zu spannen und wird oft sehr empfindlich. Keine Sorge. In einem Monat sind Berührungen meist wieder schön. Der Warzenhof verdunkelt sich. Ihr Herz arbeitet schon für zwei und die Durchblutung legt zu. Wenn der Kreislauf schwankt, z. B. bei längerem Stehen, kann es Ihnen schwindelig werden.
Das Schwangerschaftshormon HCG spielt die ersten Übelkeitsstreiche, besonders gern morgens vor dem Aufstehen. Vertraute Gerüche nerven plötzlich. Vielleicht zieht Sie öfter eine merkwürdige Müdigkeit in Richtung Bett. Verzicht auf Zigaretten, Alkohol und Medikamente ist angesagt.
In den ersten drei bis vier Monaten kann es zu Übelkeit und Erbrechen kommen. Wenn Sie sich schon vorsorglich abends ein kleines Frühstück, z.B. eine Banane, einen Apfel, einen Zwieback oder einen Lieblingskeks ans Bett stellen, können Sie der morgendlichen Übelkeit vorbeugen. Noch im Bett/vor dem Aufstehen sollten Sie schon eine Kleinigkeit essen. Auch Humana HN Heilnahrung hat sich zur Magen-Beruhigung bewährt.
Weitere Vorschläge, um der Übelkeit während des Tages zu begegnen: häufiger kleinere Mahlzeiten essen, Lieblingsobst auch für unterwegs mitnehmen, manchmal lenkt auch schon ein leckerer Kaugummi ab.
Bei Verstopfung helfen u.a. regelmäßige Bewegung, ballaststoffreiche Speisen und dazu viel trinken. Auch der milde Humana Milchzucker wirkt schonend stuhlauflockernd ohne Gewöhnungseffekt.
Die Übelkeit kann Ihnen bis zum Ende des dritten Monats zu schaffen machen. Trotzdem wächst oft der Appetit. Im Körpergewebe sammelt sich mehr Flüssigkeit. Ihr Gesicht blüht auf, vielleicht auch schon die Fülle Ihres Körpers. Manche Frauen müssen nachts zur Toilette. Sommersprossen und Muttermale werden dunkler. Einige Hormone sorgen für Stimmung: Progesteron macht gereizt, Endorphine machen glücklich, wenn Sie sich wirklich freuen. Ambivalenz ist jetzt völlig normal. Mal sind Sie superstolz, mal total durcheinander, ob Sie ein Baby überhaupt verkraften. Bei periodenartigen Schmerzen und Blutungen zum Arzt gehen.
Bis zum 6. Monat haben die meisten Frauen eine tolle Zeit. Der Aufstand der Hormone und die Anpassungsvorgänge sind vorbei. Ideal, noch mal den vorerst letzten Paar-Urlaub zu planen. Die Brüste sind voller und mögen es wieder, berührt zu werden. Wenn ein Tropfen milchige Flüssigkeit austritt, ist das nur ein Zeichen, dass die Stillprogrammierung läuft. Sex kann jetzt viel Spaß machen, z.B. durch die stärkere Durchblutung. Taille und Hüfte werden eventuell schon runder, auch wenn sich der Bauch noch zurückhält.
Diese Wochen sind total spannend: Sie werden wissen, ob Sie einen Jungen oder ein Mädchen erwarten (wenn Sie es wissen wollen). Per Ultraschall hat der Arzt Ihr Baby jetzt voll im Bild. Zwischen der 18. und 20. Woche spüren Sie, dass Ihr Bauch voller Leben steckt. Das Kribbeln, Bubbeln oder die sanften Stupse sind Signale Ihres Babys: "Ich bin da. Das Leben ist schön." Hosen, Röcke, Kleider können langsam zu eng werden, müssen es aber nicht. Sie sind mitten im Wohlfühl-Trimester und können diese Zeit voll genießen. Falls Sie irgendwie neben sich stehen: Hilfe und Gespräche suchen.
Viele Frauen nehmen jetzt besonders rasch zu. In einer Woche kann der Bauchumfang 4 cm zulegen. Auch die Brust wird deutlich schwerer. Sie könnten Ihr Baby schon stillen. Die Gebärmutter macht sich Platz, drückt andere Organe beiseite und das Zwerchfell nach oben. Sodbrennen kann anfangen zu nerven. Die schon etwas beschränkte Lungenausdehnung macht Sie kurzatmiger. Aber das wachsende Baby braucht Sauerstoff. Mit Radfahren, Schwimmen, Walking oder Tanzen tanken Sie ihn auf und kurbeln niedrigen Blutdruck an. Dabei echte Anstrengung vermeiden. Geburtsvorbereitung mit Atemwahrnehmung und Körpererfahrung würde jetzt schon gut tun.
Auch wenn der Bauch immer größer und der Körper stärker belastet wird, ist der 7. Monat meist noch eine gute Zeit, in der Sie alles Mögliche machen können. Gegen Rückenschmerzen helfen Übungen aus der Geburtsvorbereitung. Sodbrennen kommt auf, weil der Schließmuskel am Mageneingang schlaffer wird und Nahrung zurück in die Speiseröhre schwappt. Die Beine jetzt öfter hochlegen. Und den Body cremen und ölen. Der Bauch härtet sich mehrmals in der Stunde. Keine Sorge: Das ist nur eine Wehenprobe! Ihr Baby freut sich über jeden innigen Kontakt.
Jetzt tragen Sie Ihr Baby unübersehbar vor sich her. Der Bauch hat sich mächtig und prächtig gerundet. Die Gebärmutter ist auf das Hundertfache ihrer Normalgröße gewachsen und macht sich nach allen Richtungen hin Platz. Das Zwerchfell rückt noch weiter nach oben. Für die Lunge wird es zunehmend enger. Langsam ist Schonung angesagt. Und viel Zeit fürs Baby. Genießen Sie es herauszufinden, welches Körperteil Sie gerade fühlen oder womit es Sie pufft: Mit den Füßen? Mit den Händen? Kommen die üblichen Übungswehen öfter als etwa 5 mal pro Stunde? Ruhe gönnen, Himbeerblättertee trinken, abschalten. Regelmäßige Wehen bedeuten: Zeit für die Klinik.
Sechs Wochen vor der Geburt wird es Zeit, erst mal aus dem Job auszusteigen. Aber Sie können freiwillig weiterarbeiten und jederzeit aufhören. Der Endspurt ist anstrengend. Ihr Herz leistet Schwerstarbeit. Es schlägt zehnmal schneller in der Minute und muss erheblich mehr Blut durch den Körper pumpen. Kissen müssen her: Für den Rücken, für das Knie in der Seitenlage, für den Kopf oder einfach zum Kuscheln. Am Ende des 9. Monats können Sie meist wieder freier atmen. Die ersten Senkwehen schieben das Baby ein paar Zentimeter tiefer ins Becken und lockern den Beckenboden. Kommen Wehen regelmäßig, geht Fruchtwasser, Blut oder Schleim ab: In die Klinik fahren.
Es reicht. Und die Spannung steigt. Im Bauch und im Kopf. Vielleicht schlafen Sie schlecht und träumen von Albtraum-Geburten. Keine Sorge: Das hilft, Ängste zu verarbeiten. Und sicher nervt die Frage, ob Sie die Startsignale richtig erkennen. Entspannen Sie sich, denn Sie haben Zeit. Am Anfang kommen die Wehen etwa alle 20 Minuten. Erst bei einem Zehn- bis Fünf-Minuten-Takt oder wenn die Fruchtblase platzt, ruft der Kreißsaal. Ein Schleimpfropf kann schon zwei oder drei Tage vor Geburtsbeginn abgehen. Manchmal gibt es einen Probealarm und in der Klinik ist alles vorbei. Ja, das Finale kostet Nerven. Mit dem Baby im Arm werden Sie alles vergessen haben.
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