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Der Mond feiert ein Fest

Vor langer Zeit feierte der Mond mit seinen Sternen ein fröhliches Fest. Sie kicherten, lachten und sangen laut vor Vergnügen. Bis hinunter zur Erde hörte man sie. Auch mitten in der Nacht wurde es nicht ruhiger. Daher durften alle Kinder aufbleiben und auf den Straßen und Plätzen spielen. Das machte ihnen natürlich einen Riesenspaß! Lucy und Tim wünschten sich sogar, das Fest am Himmel möge immer weiter gehen.

Am nächsten Morgen gingen die beiden wie jeden Tag in den Kindergarten. Etwas müde waren sie schon, aber das ging den anderen Kindern und auch den Erwachsenen nicht anders. Daher war es nicht schlimm, dass sie nicht so gut aufpassen konnten wie sonst. Am Abend ging das Fest immer noch weiter. Ein besonders übermütiger Stern ließ im Takt der Musik sein Licht aufblitzen. Das helle Licht störte Lucy und Tim. Denn eigentlich hätten sie jetzt doch gerne geschlafen.

Aber es blieb ihnen nichts anderes übrig, als aus den Betten zu krabbeln und im Zimmer zu spielen. Zum Schlafen war es viel zu laut und zu hell. Am nächsten Morgen waren sie dann sehr müde. Tim schlief sogar am Frühstückstisch ein. Um ein Haar wäre er mit dem Kopf auf den Teller und in sein Marmeladenbrot gefallen. Lucy konnte ihn gerade noch an der Schulter erwischen. Auf dem Weg zum Kindergarten sahen sie einen Hund. Er war zu schläfrig, um sein Fressen zu beachten und schlich mit hängendem Kopf über die Straße. Nur gut, dass kein Auto kam. "Ob ihn der müde Fahrer überhaupt bemerkt hätte?", fragte sich Tim.

Niemand freute sich mehr darüber, dass die laute Feier am Himmel weiter andauerte. Viel gespielt wurde nicht und auch nicht mehr viel gelacht. Die Menschen waren nur noch müde und gereizt. Sie schimpften schnell mit den Kindern oder schrien sie sogar an. Das war überhaupt nicht mehr lustig, fanden Lucy und Tim. Und sie beschlossen mit dem Mond zu reden.

"Hört mal, Mond und Sterne", rief Tim abends aus dem Fenster. "Bitte seid leiser, wir wollen so gerne schlafen." Es dauerte einige Zeit, bis der Mond sie bei dem Krach hörte. Dann sah er, wie erschöpft die Kinder waren, und er schämte sich. "Wir haben nicht darüber nachgedacht, dass ihr jeden Tag schlafen müsst", entschuldigte er sich. Und er versprach, das Fest zu beenden. Seit dieser Nacht ist es leise am Himmel. Mond und Sterne flüstern nur noch miteinander.

Doch hin und wieder lässt der übermütige Stern immer noch sein Licht funkeln. Wenn du genau hinschaust, kannst du es vielleicht sehen.
Von Sandra Kaletka aus Frankfurt am Main.