Wie erkenne ich Allergien bei meinem Baby?

Eine Allergie - eine Überreaktion des Immunsystems - stellt selbst eigentlich keine gesundheitliche Gefährdung dar. Trotzdem: Allergiebeschwerden sind ernst zu nehmen und sollten vom Kinderarzt unbedingt abgeklärt werden. Von juckenden Augen bis zur Atemnot können die Reaktionen vielfältig sein.


Humana Grafik Allergierisiko Baby und Kleinkinder

Wie hoch ist das Allergierisiko für dein Kind?

Ein erhöhtes Allergierisiko liegt vor, wenn bei der Mutter, dem Vater oder einem Geschwisterkind bereits Überempfindlichkeiten wie Heuschnupfen, Neurodermitis, Nahrungsmittelallergien oder allergisches Asthma aufgetreten sind. Allergien werden häufig vererbt. Auch wenn in der Familie keine Allergien bekannt sind, kann ein Allergierisiko bei deinem kleinen Sonnenschein nie zu 100% ausgeschlossen werden. 

Allergierisiko-Check für dein Kind:

  • Niedriges Risiko: Im engeren Familienumfeld (Mutter, Vater oder Geschwisterkind) sind keine Allergien bekannt, dann hat folglich auch dein kleiner Sonnenschein ein niedriges Allergierisiko. Da ein Allergierisiko allerdings nie zu 100% ausgeschlossen werden kann, solltest du dein Kind bei der Einfühung neuer Nahrungsmittel, z.B. im Zuge der Beikosteinführung genau beobachten.
  • Mittleres Risiko: Im engeren Familienkreis sind nur vereinzelnt bei Mutter, Vater oder Geschwisterkind Allergien aufgetreten, dann hat dein Kind ein mittleres Allergierisiko. 
  • Hoches Risiko: Im engeren Familienumfeld sind zwei oder mehr Personen von einer unterschiedlichen Allergie betroffen, dann hat dein Kind ein hohes Allergierisiko. 
  • Sehr hoches Risiko: Im engeren Familienumfeld sind zwei oder mehr Personen von einer gleichen oder mehreren Allergien betroffen, dann hat dein Kind ein sehr hohes Allergierisiko.

Um das Allergierisiko bestmöglich zu reduzieren, empfehlen wir bei einem mittlerem bis sehr hohem Allergierisiko vorbeugende Maßnahmen für dein Kind zu treffen, z.B. in Form einer allergenarmen Ernährung. Wissenschaftliche Untersuchungen haben bewiesen, dass ein Allergierisiko bei einer konsequenten Ernährung deines Kindes mit allergenarmen Produkten um bis zu 50% gesenkt werden kann. Auch für Babys mit erhöhtem Allergierisiko ist Muttermilch das Beste. Falls du nicht stillen kannst, gibt es spezielle HA-Nahrungen für deinen kleinen Sonnenschein. Bei weiteren Fragen zum Thema Allergie und Allergierisiko wende dich an deinen Kinderarzt. 

 

Fragen & Antworten rund um die Allergieprävention

  • Kann ich Allergien während Schwangerschaft & Geburt vorbeugen?

    Eine allergenarme Ernährung wird in der Schwangerschaft nicht empfohlen.

    Bislang wurde nicht wissenschaftlich geklärt, ob eine allergenarme Ernährung während der Schwangerschaft das Auftreten von Allergien bei Säuglingen zu vermeiden hilft. Derzeit wird keine allergenarme Ernährung in der Schwangerschaft empfohlen, weil sich das Risiko einer unzureichenden Nährstoffzufuhr dadurch erhöht. Als erwiesen gilt jedoch, dass

    • das Rauchen der Mutter das Allergierisiko des Kindes erhöht.
    • Kinder, die auf natürlichem Weg geboren werden, seltener an Allergien erkranken als Kinder, die per Kaiserschnitt zur Welt gebracht wurden.

    Bei einer natürlichen Geburt werden Keime von der Mutter auf das Baby übertragen, die wichtig für die Entwicklung des jungen Immunsystems sind.

  • Wie können Allergien im Babyalter vorgebeugt werden?

    Säuglinge sollten zur Prävention mindestens die ersten vier Monate ausschließlich gestillt werden.

    Stillen ist die beste Ernährung für jedes Baby, vor allem, wenn bereits eine familiäre Allergieneigung vorliegt. Wenn möglich sollte das Kind zur Allergieprävention mindestens während der ersten vier Monate ausschließlich gestillt werden. Reicht die Muttermilch nicht aus oder machen andere Gründe das Stillen unmöglich, so sollte das Baby bei erhöhtem Allergierisiko mit einer hypoallergenen HA-Nahrung gefüttert werden. Wende dich bei weiteren Fragen an deinen Kinderarzt. 

  • Wie können Allergien ab dem Beikostalter vorgebeugt werden?

    Fisch und glutenhaltige Getreidearten werden auch bei erhöhtem Allergierisiko empfohlen.

    Um das Immunsystem zu trainieren, kann zwischen dem 5. und 7. Lebensmonat mit der Fütterung von Beikost begonnen werden. Wie bei nicht allergiegefährdeten Säuglingen auch, können nach und nach die verschiedenen Lebensmittel für eine ausgewogene, altersgerechte Mischkost eingeführt werden. Fisch z.B. wird heute ausdrücklich empfohlen und kann schon im ersten Lebensjahr den Speiseplan bereichern und den Säugling mit leicht verdaulichem Eiweiß und wertvollen Fettsäuren versorgen. Auch die schrittweise Einführung glutenhaltiger Getreidearten sollte bereits in dieser Zeit beginnen.

  • „Dreck reinigt den Magen!“ - stimmt das?

    Der Organismus muss auch unverträgliche Einflüsse kennen lernen, um Schutz dagegen zu entwickeln.

    Sauberkeit und Hygiene sind besonders in den ersten sechs Monaten wichtig. Während der ersten Monate solltest du Fläschchen, Sauger und Schnuller immer sorgfältig säubern und sterilisieren. Aber vergiss bitte nicht, dass der Organismus deines Kindes auch unverträgliche Einflüsse (z.B. Viren, Bakterien, Pollen) kennen lernen muss, um einen Schutz dagegen entwickeln zu können. Sonst kann es sein, dass der Körper bei einem Kontakt mit diesen Stoffen entweder gar nicht (man wird z.B. krank) oder überheftig (allergische Reaktion) reagiert. Lass dein Kind nach dem ersten Lebenshalbjahr ruhig seine Umwelt erkunden oder mal mit Haustieren spielen. Und auch das alte Sprichwort "Dreck reinigt den Magen!" gilt.


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